Schöneberger Kiezpalaver macht Kino am 15. April

Flottwellstraße, REWE, Bautzener Brache

Montag, den 15. April 2019 um 19 Uhr
im Kiezkino Barton Fink, Potsdamer Straße 157, 10783 Berlin

Dritte Kasse bitte!
Shihab Ahmed und seine Söhne
Film von Plutonia Plarre
60 min
Berlin 2014
Die Flottwellstraße
Film von Bertram von Boxberg
im Auftrag des QM Magdeburger Platz
5 min
Berlin 2012

Beide Filme zeigen den Kiez um die Potsdamer Straße im Wandel und als Teil der rasanten städtebaulichen Entwicklung in Tiergarten Süd und Schöneberg Nord. Ob zum Guten oder zum Schlechten – diese Frage ist noch längst nicht abschließend beantwortet und kann an dem Filmabend Anlass zu Gesprächen geben.
Regisseurin Plutonia Plarre und Regisseur Bertram von Boxberg sind an dem Abend anwesend.

Und so entstand „Dritte Kasse bitte!“
Die Protagonisten des Films sind ein Vater, seine Söhne und ihr familiengeführter Supermarkt. Seit 2002 ist der frühere Bolle- und spätere REWE – Lebensmittelladen vielen alteingesessenen Bewohner*innen im Gebiet der Potsdamer Straße wohlbekannt. Die in unmittelbarer Nähe wohnende Plutonia Plarre ist regelmäßige Kundin, allerdings mit einer Besonderheit: Über Jahre filmte sie das geschäftliche Treiben.

Im Mittelpunkt der Dokumentarfilms steht der heute 82-jährige Shihab Ahmed. Geboren wurde der gebürtige Kurde im irakischen Kirkuk. Im Zuge seiner wechselvollen Biographie kam er nach der Maueröffnung mit seiner Ehefrau nach Deutschland. In Berlin eröffnete Ahmed zwei Supermärkte, einen an der Potsdamer Straße und einen in Rudow, in die seine beiden Söhne nacheinander einstiegen.

Die Bautzener Straße
Der Film selbst ist Teil der lokalen Zeitgeschichte. Seit 2014 sind hier im Gebiet Läden und Lokale gekommen und gegangen, Brachen verschwunden. Den Laden in Rudow gibt es nicht mehr, dafür eröffnete Familie Ahmed 2018 einen weiteren Laden in Schöneberg, in der Bautzener Straße. Dort wehrten sich die Anwohner*innen seit 2012 vehement gegen die Bebauung der Bautzener Brache, einem Grünzug zwischen Yorck- und Monumentenstraße. Letztendlich musste der Grünzug dem Wohnquartier „Neu-Schöneberg“ weichen, in dessen sieben Häusern über 300 Wohnungen im Entstehen sind.

Die Flottwellstraße
Ebenfalls im Jahr 2012 begannen die großen Bebauungen in der Flottwellstraße. Inzwischen wohnen hier in Tiergarten Süd um die 1.500 neue Mitbewohner*innen. Der Filmemacher Bertram von Boxberg war damals Quartiersrat im Schöneberger Norden (heute BVV-Abgeordneter in Tempelhof-Schöneberg) und begleitete die Entstehung und eine öffentliche Diskussion, die der damalige Quartiersrat (heute Stadtteil-Forum Tiergarten Süd) anstieß. Denn die dortigen Anwohner*innen waren mehr als besorgt, wie diese Entwicklung den Kiez beeinflussen würde.

Im Schöneberger Kiezpalaver kommen unterschiedliche Menschen zusammen, die von Privatisierung, Spekulation, Verdrängung und Zerstörung von Stadtnatur betroffen sind.
http://www.stopptdenkiezverkauf.wordpress.com

Ein Gedanke zu “Schöneberger Kiezpalaver macht Kino am 15. April

  1. „Letztendlich musste der Grünzug dem Wohnquartier „Neu-Schöneberg“ weichen“. Also grün war an der Brache nun wirklich nichts. Es hätte natürlich ein Grünzug werden können, wenn nicht gebaut worden wäre, aber vor dem Bau der Gebäude war es keiner.

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