Nachschlag zum Offenen Brief an Dr. Sibyll Klotz

Offene E-Mail an Bezirksstadträtin Dr. Sibyll Klotz

Sehr geehrte Frau Klotz,

wenn die aktuelle Meldung der “Berliner Woche” stimmt, dann sagen Sie der Politik ade. Wir zitieren: “Nach den Wahlen zum Abgeordnetenhaus und zu den Bezirksverordnetenversammlungen im September wird die grüne Politikerin und Philosophin, die in Ostberlin aufgewachsen ist, nicht mehr für ein Amt oder Mandat zur Verfügung stehen. Nach eigenem Bekunden will sie sich ein ganz anderes Betätigungsfeld suchen.”

Ein ganz anderes Betätigungsfeld? Da Ihre noch zu DDR-Zeiten abgefasste Dissertation mit dem Titel “Das Verhältnis von allgemeiner sozialer Frage und Frauenfrage in August Bebels Hauptwerk ‘Die Frau und der Sozialismus’und dessen Rezeption in der BRD-Literatur der siebziger und achtziger Jahre” heute kaum für eine Bewerbung geeignet ist, kann das “ganz andere Betätigungsfeld” doch wohl nur bei den Investoren, Bauherren und Architekten des Projektes “Güterbahnhof” vermutet werden.

Sie tun sich – moralisch – und den Bündnisgrünen – politisch – wahrlich keinen Gefallen. Es ist doch alles andere als glaubwürdig, wenn Sie noch vor den Wahlen hochumstrittene und für den Bezirk schädliche Projekte mit allen Mitteln und gegen Bürgerwillen durchsetzen wollen und andererseits Ihre Schäflein bereits im Trockenen haben. Dass Ihre Karriere-Entscheidung noch vor den Wahlen ans Licht kommt, ist einer kritischen Öffentlichkeit zu verdanken und leider nicht Ihrer Offenheit und Ehrlichkeit, die Sie – ausgerechnet als Bündnisgrüne – schon längst vermissen lassen.

Vor dem Hintergrund Ihres Abschieds aus der Politik muss das irrwitzige Wohnungsbauprojekt auf dem Areal des ehemaligen Güterbahnhofs Wilmersdorf-Friedenau gestoppt werden. Der Verdacht liegt nahe, dass Sie persönliche Interessen und Ihren beruflichen Neuanfang nach den Wahlen mit diesem “Referenzprojekt” befördern wollen. Wie sonst ist der enorme Druck zu verstehen, den Sie persönlich auf die Bürger ausüben, damit diese von der Notwendigkeit dieser städtbaulichen Sünde überzeugt werden? Wie sonst ist es zu erklären, dass die Bündnisgrünen die Regeln der Bürgerbeteiligung derart außer Acht lassen?

Wir sind überzeugt davon, dass Ihre Partei in dieser Frage nicht hinter Ihnen stehen kann, will sie sich nicht gänzlich ins Abseits stellen. Mit der Ankündigung Ihres Weggangs aus Politik und Verwaltung sollten Sie auch den Anstand besitzen, sich sofort aus Entscheidungsprozessen herauszunehmen, die eine derart nachhaltige und nachteilige Wirkung auf einen Ortsteil wie Friedenau haben. Schaden anzurichten und sich dann davon machen – das ist das Gegenteil von verantwortungsvoller Politik, es wäre unehrlich und den Bürgern gegenüber fast schon schäbig zu nennen.

Mit freundlichen Grüßen

Peter Hahn & Jürgen Stich

 

Sehr geehrte Frau Klotz,

 

wenn die aktuelle Meldung der “Berliner Woche” stimmt, dann sagen Sie der Politik ade. Wir zitieren: “Nach den Wahlen zum Abgeordnetenhaus und zu den Bezirksverordnetenversammlungen im September wird die grüne Politikerin und Philosophin, die in Ostberlin aufgewachsen ist, nicht mehr für ein Amt oder Mandat zur Verfügung stehen. Nach eigenem Bekunden will sie sich ein ganz anderes Betätigungsfeld suchen.”

 

Ein ganz anderes Betätigungsfeld? Da Ihre noch zu DDR-Zeiten abgefasste Dissertation mit dem Titel “Das Verhältnis von allgemeiner sozialer Frage und Frauenfrage in August Bebels Hauptwerk ‘Die Frau und der Sozialismus’und dessen Rezeption in der BRD-Literatur der siebziger und achtziger Jahre” heute kaum für eine Bewerbung geeignet ist, kann das “ganz andere Betätigungsfeld” doch wohl nur bei den Investoren, Bauherren und Architekten des Projektes “Güterbahnhof” vermutet werden.

 

Sie tun sich – moralisch – und den Bündnisgrünen – politisch – wahrlich keinen Gefallen. Es ist doch alles andere als glaubwürdig, wenn Sie noch vor den Wahlen hochumstrittene und für den Bezirk schädliche Projekte mit allen Mitteln und gegen Bürgerwillen durchsetzen wollen und andererseits Ihre Schäflein bereits im Trockenen haben. Dass Ihre Karriere-Entscheidung noch vor den Wahlen ans Licht kommt, ist einer kritischen Öffentlichkeit zu verdanken und leider nicht Ihrer Offenheit und Ehrlichkeit, die Sie – ausgerechnet als Bündnisgrüne – schon längst vermissen lassen.

 

Vor dem Hintergrund Ihres Abschieds aus der Politik muss das irrwitzige Wohnungsbauprojekt auf dem Areal des ehemaligen Güterbahnhofs Wilmersdorf-Friedenau gestoppt werden. Der Verdacht liegt nahe, dass Sie persönliche Interessen und Ihren beruflichen Neuanfang nach den Wahlen mit diesem “Referenzprojekt” befördern wollen. Wie sonst ist der enorme Druck zu verstehen, den Sie persönlich auf die Bürger ausüben, damit diese von der Notwendigkeit dieser städtbaulichen Sünde überzeugt werden? Wie sonst ist es zu erklären, dass die Bündnisgrünen die Regeln der Bürgerbeteiligung derart außer Acht lassen?

 

Wir sind überzeugt davon, dass Ihre Partei in dieser Frage nicht hinter Ihnen stehen kann, will sie sich nicht gänzlich ins Abseits stellen. Mit der Ankündigung Ihres Weggangs aus Politik und Verwaltung sollten Sie auch den Anstand besitzen, sich sofort aus Entscheidungsprozessen herauszunehmen, die eine derart nachhaltige und nachteilige Wirkung auf einen Ortsteil wie Friedenau haben. Schaden anzurichten und sich dann davon machen – das ist das Gegenteil von verantwortungsvoller Politik, es wäre unehrlich und den Bürgern gegenüber fast schon schäbig zu nennen.

 

Mit freundlichen Grüßen

Peter Hahn & Jürgen Stich

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